Wie angenommen wurden die großen Themen des Haushalts von den Vorrednern angesprochen/abgehandelt.
Die großen Themen Feuerwehrhaus, Hochwasserschutz und Kindergärten werden in nächsten Jahren die Gemeinde viel Geld kosten. Das wird sicher eine große Herausforderung.
Die Frage was ist Pflicht und was ist freiwillig – was muss und was kann gemacht werden - steht immer im Raum.
Naturschutz und Landschaftspflege ist nach Bundesnaturschutzgesetz für alle politischen Ebenen eine Pflichtaufgabe.
Für mich ist das Thema Streuobstwiesen wichtig. Die Bedeutung der Erhaltung unserer Streuobstwiesen wurde im Gemeindeentwicklungskonzept und dem Handlungsprogramm aufgezeigt. Deshalb habe ich im Haushalt nachgeschaut was die Gemeinde dafür tut.
Im Teilergebnishaushalt „Naturschutz und Landschaftspflege“ sind unter Nr. 14 für Flurputzaktionen, den Erhalt von Streuobstwiesen und Beobachtungsmessungen zur Rutschung des Alten Bergs Aufwendungen aufgeführt.
2025: 74.000 € und 2026: 124.000 €.
Unter Nr. 17 sind die Vereinsförderung des Obstbauvereins, des Vereins Hochstamm, Zuschüsse für Baumpflanzung und -pflege, Apfelpressaktionen und Bienenhaltung aufgeführt.
Für 2025 sind 32.000 € und für 2026 sind 33.000 € aufgeführt.
Unter Nr. 18 sind die LEV-Beiträge von jeweils 1.500 € aufgeführt.
Es könnte auch eine Verknüpfung zwischen Gewerbegebieten und Streuobstwiesen geben. Wir brauchen Gewerbegebiete.
Meine Recherchen haben ergeben, dass Streuobstwiesen aus zwei gesetzlich geschützten Biotopen bestehen. Zum einen die Obstbäume und zum anderen der Unterwuchs. Der Unterwuchs besteht aus Wiesen. Die Wiesen werden durch die Art der Bewirtschaftung immer artenärmer. Wenige Wiesen sind aber trotzdem als Flachlandmähwiesen ausgewiesen.
Unsere geplanten Gewerbegebiete können nicht umgesetzt werden, weil Flachlandmähwiesen dabei verloren gingen. Und es muss ein direkter Ausgleich geschaffen werden. Ich meine, dass dies unter den Streuobstwiesen geschehen könnte. Es ist erwiesen, dass die Einwanderung von Pflanzenarten in artenarme Wiesen ohne Zutun des Menschen mehrere Jahrzehnte dauern kann. Deshalb müsste das aktiv vorgenommen werden. Das Projekt „Archewiesen“ des Landes BW widmet sich im Rahmen des „Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ der Wiederherstellung, Aufwertung und Neuanlage von artenreichem Grünland. Beim LEV Rems-Murr gibt es eine FFH-Mähwiesenberaterin. Sie könnte uns sicher bei einer möglichen Umsetzung behilflich sein.
Auch der LEV Ostalbkreis befasst sich intensiv mit dem Thema Wiesenvielfalt
Letzten Herbst lud der Obst- und Gartenbauverein Plüderhausen gemeinsam mit der Gemeinde Plüderhausen zu einem besonderen Vortrag ein. Referent war Herr Ralf Worm, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Ostalbkreis und Autor der „Wiesenfibel“. Welche Pflanzen auf einer klassischen Blumenwiese zu finden sind, wie sich Wiesen in den letzten Jahrzehnten verändert haben und welche Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung notwendig sind. Herr Worm machte deutlich, dass die „klassischen Wiesen“ bedroht sind – man geht davon aus, dass jährlich rund 10 % dieser wertvollen Lebensräume verloren gehen. Umso wichtiger ist es, aktiv gegenzusteuern.
Bei der nächsten Gemeinderatssitzung steht auf der Tagesordnung auch die Themen Streuobstbaum-Schnittprämien und Biotopverbund. Hier sollte angesprochen werden, was wir in den nächsten Jahren für den Naturschutz und für Landschaftspflege bereit sind zu tun.