Nachrichten zum Thema Gemeinderatsfraktion

28.01.2026 in Gemeinderatsfraktion

Haushaltsrede Jürgen Schlotz – SPD Gemeinderatsfraktion– 27.01.2026

Wie angenommen wurden die großen Themen des Haushalts von den Vorrednern angesprochen/abgehandelt.

Die großen Themen Feuerwehrhaus, Hochwasserschutz und Kindergärten werden in nächsten Jahren die Gemeinde viel Geld kosten. Das wird sicher eine große Herausforderung.

Die Frage was ist Pflicht und was ist freiwillig – was muss und was kann gemacht werden - steht immer im Raum.

Naturschutz und Landschaftspflege ist nach Bundesnaturschutzgesetz für alle politischen Ebenen eine Pflichtaufgabe.

Für mich ist das Thema Streuobstwiesen wichtig. Die Bedeutung der Erhaltung unserer Streuobstwiesen wurde im Gemeindeentwicklungskonzept und dem Handlungsprogramm aufgezeigt. Deshalb habe ich im Haushalt nachgeschaut was die Gemeinde dafür tut.

Im Teilergebnishaushalt „Naturschutz und Landschaftspflege“ sind unter Nr. 14 für Flurputzaktionen, den Erhalt von Streuobstwiesen und Beobachtungsmessungen zur Rutschung des Alten Bergs Aufwendungen aufgeführt.
2025: 74.000 € und 2026: 124.000 €.
Unter Nr. 17 sind die Vereinsförderung des Obstbauvereins, des Vereins Hochstamm, Zuschüsse für Baumpflanzung und -pflege, Apfelpressaktionen und Bienenhaltung aufgeführt.
Für 2025 sind 32.000 € und für 2026 sind 33.000 € aufgeführt.
Unter Nr. 18 sind die LEV-Beiträge von jeweils 1.500 € aufgeführt.
Es könnte auch eine Verknüpfung zwischen Gewerbegebieten und Streuobstwiesen geben. Wir brauchen Gewerbegebiete.

Meine Recherchen haben ergeben, dass Streuobstwiesen aus zwei gesetzlich geschützten Biotopen bestehen. Zum einen die Obstbäume und zum anderen der Unterwuchs. Der Unterwuchs besteht aus Wiesen. Die Wiesen werden durch die Art der Bewirtschaftung immer artenärmer. Wenige Wiesen sind aber trotzdem als Flachlandmähwiesen ausgewiesen.

Unsere geplanten Gewerbegebiete können nicht umgesetzt werden, weil Flachlandmähwiesen dabei verloren gingen. Und es muss ein direkter Ausgleich geschaffen werden. Ich meine, dass dies unter den Streuobstwiesen geschehen könnte. Es ist erwiesen, dass die Einwanderung von Pflanzenarten in artenarme Wiesen ohne Zutun des Menschen mehrere Jahrzehnte dauern kann. Deshalb müsste das aktiv vorgenommen werden. Das Projekt „Archewiesen“ des Landes BW widmet sich im Rahmen des „Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ der Wiederherstellung, Aufwertung und Neuanlage von artenreichem Grünland. Beim LEV Rems-Murr gibt es eine FFH-Mähwiesenberaterin. Sie könnte uns sicher bei einer möglichen Umsetzung behilflich sein.

Auch der LEV Ostalbkreis befasst sich intensiv mit dem Thema Wiesenvielfalt

Letzten Herbst lud der Obst- und Gartenbauverein Plüderhausen gemeinsam mit der Gemeinde Plüderhausen zu einem besonderen Vortrag ein. Referent war Herr Ralf Worm, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Ostalbkreis und Autor der „Wiesenfibel“. Welche Pflanzen auf einer klassischen Blumenwiese zu finden sind, wie sich Wiesen in den letzten Jahrzehnten verändert haben und welche Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung notwendig sind. Herr Worm machte deutlich, dass die „klassischen Wiesen“ bedroht sind – man geht davon aus, dass jährlich rund 10 % dieser wertvollen Lebensräume verloren gehen. Umso wichtiger ist es, aktiv gegenzusteuern.

Bei der nächsten Gemeinderatssitzung steht auf der Tagesordnung auch die Themen Streuobstbaum-Schnittprämien und Biotopverbund. Hier sollte angesprochen werden, was wir in den nächsten Jahren für den Naturschutz und für Landschaftspflege bereit sind zu tun.

03.03.2021 in Gemeinderatsfraktion

Haushaltsrede 2021 der SPD Urbach

Dass wir alle fast ein Jahr lang zu Hause festsitzen würden - und ich fasse mich kurz mit der Anrede, meine sehr verehrten Damen und Herren - um uns und unsere Mitmenschen zu schützen, hätte Anfang 2020 kaum jemand erwartet. Die Corona-Pandemie hat die Welt lahmgelegt und eine bisher unbekannte Krisensituation geschaffen. Auch wir als Kommune sind nicht verschont geblieben. Glücklicherweise konnten wir durch gute Haushaltsführung schwerwiegenden Folgen noch zuvorkommen. Jedoch wird uns Corona mit all seinen Auswirkungen im Jahr 2021 und darüber hinaus weiterhin begleiten. Alte Herausforderungen dürfen darüber aber nicht vergessen werden. Der Klimawandel ist noch längst nicht gestoppt, die demografische Entwicklung stellt uns vor große Herausforderungen und bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Wir haben zusammen mit allen Fraktionen unseren Haushalt in einer Haushaltsstrukturkommission durchforstet und werden die eine oder andere liebgewonnene Einrichtung im Bereich der Bildung in Frage stellen müssen und auch freiwillige Leistungen auf den Prüfstand stellen. Das Jahr 2021 wird auf jeden Fall ein Jahr mit vielen öffentlichen Veranstaltungen, die sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger zu kritischen Gesprächen einladen. Die Umfrageergebnisse des Gemeindeentwicklungskonzepts 2035 wollen diskutiert werden und sollen dem Gemeinderat als Wegweiser für zukünftige Entscheidungen dienen.

Für die SPD Fraktion kann ich schon an dieser Stelle sagen, dass wir dem Haushalt zustimmen werden, haben wir doch als Gemeinderat bereits im November gemeinsam mit der Verwaltung die Eckpunkte des Haushalts besprochen. Wir als SPD Fraktion schließen uns den ausführlichen Vorreden an und fügen eine Ergänzung hinzu:

Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf unsere ökologisch wertvollen Streuobstwiesen, für deren Pflege und Erhalt wir uns einsetzen. Wir verweisen auf unseren Haushaltsantrag von 2020 zur Errichtung eines Gemeinschaftsschuppens.

 „Tritt frisch auf, mach’s Maul auf, hör bald auf!“

Dem Rat von Martin Luther möchte ich folgen und an den Schluss eine alte Forderung der SPD stellen:

Die Personalkosten für die Kindergärten belasten den Haushalt jedes Jahr mit vielen Millionen. Familien müssen für den Besuch des Kindergartens immer noch Gebühren bezahlen, die jetzt während der Pandemie ausgesetzt oder doch erhoben oder vielleicht womöglich vom Land erstattet werden. Diese Unsicherheiten und Belastungen für Kommunen und Familien müssen ein Ende haben!

Deshalb fordern wir vom Land die volle Kostenübernahme für die frühkindliche Bildung.

Dem ausführlichen Dank an alle, den meine Vorrednerin Uschi Jud so wertschätzend formuliert hat, schließen wir uns als Fraktion an.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit

Siegrun Burkhardt

13.04.2019 in Gemeinderatsfraktion

Haushalt 2019 – Gemeinde Urbach

Haushaltsrede der SPD-Fraktion

SPD-Fraktion im Gemeinderat von Urbach

Joachim Habik, Altenbettweg 7, 73660 Urbach

joachim.habik@t-online.de - Mobil: +49 151 59477923

Stellungnahme der SPD Fraktion

 - zur Verabschiedung der Haushaltssatzung und Haushaltsplans 2019 einschließlich Stellenplan, mittelfristiger Finanzplanung samt Investitionsprogramm sowie Verabschiedung des Wirtschaftsplans 2019 des Eigenbetriebs Wasserversorgung Urbach -

gehalten am 18.12.2018

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Urbach,

sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Fehrlen,

sehr geehrter Herr Kämmerer Schwarz,

liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats,

sowohl in den drei soeben gehörten Haushaltsreden, als auch bei der Einbringung des Haushalts durch Frau Bürgermeisterin Fehrlen und Herrn Kämmerer Schwarz am 20.11.2018, wurde umfassend auf Zahlen, Daten und Fakten des Haushalts 2019 eingegangen.

Ich erspare Ihnen die Wiederholung von vielen Zahlen und fasse den insgesamt erfreulichen Haushalt wie folgt zusammen:

Das Volumen des Haushalts bewegt sich weiter in Rekordnähe.

Im Verwaltungshaushalt sind Zuwächse bei Einnahmen aus Steuern und allgemeinen Zuweisungen, Zuwächse bei der Gewerbesteuer und dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer festzustellen. Dem stehen leichte Rückgänge bei den Schlüsselzuweisungen vom Land gegenüber sowie eine höhere Finanzausgleichsumlage und Kreisumlage. In der Summe ein leichtes Plus von rund 250.000 €.

Bei den Ausgaben steigen die Personalkosten auf über 7 Mill. €, sowie die sächlichen Verwaltungs- und Betriebsausgaben leicht an, ansonsten sind kaum Veränderungen feststellbar.

Als Ergebnis wird eine Zuführung an den Vermögenshaushalt in Höhe der gesetzlichen Mindestzuführung erreicht.

Der Vermögenshaushalt bewegt sich trotz leichtem Rückgang weiter, für eine Größe unserer Gemeinde, auf sehr hohem Niveau . Schwerpunkte sind die abschließenden Baumaßnahmen in der Urbacher Mitte II und der Ausbau der Steinbeisstraße, die Sanierung und Erneuerung von Kanälen und die Fertigstellung von Projekten für die Remstal Gartenschau 2019.

Geplante Einnahmen aus Grundstückserlösen sowie Beiträgen führen in der Summe zu einer erfreulichen Zuführung in die Rücklage in Höhe von fast 800.000 €.

Darüber hinaus kann auf eine Kreditaufnahme für den Kernhaushalt verzichtet werden.

An dieser Stelle möchte ich den Herren Schick und Schwarz, stellvertretend für alle die an der Erstellung des Haushalts mitgewirkt haben, herzlich danken.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Fertigstellung der Steinbeisstraße bis zum Bahnhof im Frühjahr 2019 ist die Anbindung des Gewerbegebiets an der Auerbachhalle hergestellt. Die Gewerbebauplätze rund um die Auerbachhalle sind so gut wie verkauft und die Bebauung hat begonnen.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde Urbach ist die Erschließung der Urbacher Mitte II. In 2019 können erste Wohngebäude erstellt werden. Die Bauplätze für Mehrfamilienhäuser sind vergeben. Eine gute Durchmischung von bezahlbaren Wohnungen, Mietwohnungsbau und Erwerbswohnungen wurde durch Verwaltung und Gemeinderat sichergestellt. Wir freuen uns darauf, dass ein weiteres attraktives Wohngebiet im Zentrum von Urbach entsteht mit direktem Zugang über die neue Stuttgarter Holzbrücke zum Marktplatz.

Eine weitere gute Nachricht soll nicht unerwähnt bleiben: Unser Remstalwerk erwirtschaftet erstmals in 2019 einen kleinen Gewinn!

Weiterhin gut aufgestellt ist unsere Gemeinde Urbach bei der Kinderbetreuung. In fast allen Bereichen stehen ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung.

Nachdenklich stimmen sollten uns allerdings die vielen freien Plätze bei den unter dreijährigen im Kinderhaus Drosselweg. Das Kinderhaus ist lediglich zur Hälfte belegt. Dies hatten wir bereits bei der letzten Haushaltsverabschiedung angesprochen.

Wir sind der Auffassung, dass die Bebauung der Urbacher Mitte II und deren Auswirkungen abgewartet werden sollten und anschließend die erforderlichen Änderungen angegangen werden müssen.

Die Bundesregierung bzw. der Bundesrat hat in den letzten Tagen das Gute-Kita-Gesetz auf den Weg gebracht. Das Gesetz tritt am 01.01.2019 in Kraft. Der Bund stellt bis 2022 insgesamt 5,5 Mrd. € den Ländern zur Verfügung. Das Land und die Kommunen werden dadurch bei der Kinderbetreuung erheblich entlastet. Der Wunsch der SPD: ein gebührenfreier Kindergarten - zumindest bei der Regelbetreuung - könnte somit Wirklichkeit werden. Heilbronn und zuletzt Künzelsau haben dies bereits eindrucksvoll umgesetzt.

Bei der nächsten Anpassung der Kindergartengebühren müssen solche Überlegungen im Mittelpunkt stehen. Einkommensschwächere Familien und Alleinerziehende müssen entlastet werden!

Sehr geehrte Damen und Herren,

kurz zur mittelfristigen Finanzplanung - oder ein Blick in die Zukunft:

Trotz prognostizierten guten Rahmendaten und anhaltendem Wirtschaftswachstum können die Anforderungen des Neuen Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR), das mit dem nächsten Haushalt eingeführt werden muss, nicht eingehalten werden. Abschreibungen von 1-2 Mill. € müssen zusätzlich erwirtschaftet werden.

Für die Jahre 2020-2022 sind darüber hinaus hohe nicht darstellbare Kreditaufnahmen zum Ausgleich des Vermögenshaushalts eingestellt, die in dieser Höhe unbedingt zu vermeiden sind.

Jedes Jahr, mit jedem neuen Haushalt, muss daher aufs Neue überprüft und bewertet werden was finanziell leistbar und personell umsetzbar ist! Dies gilt vor allem für die angedachten, umfangreichen Erschließungen von Gewerbeflächen bei der die Gemeinde in Vorleistung gehen muss, auch wenn dies außerhalb des Haushalts abgewickelt werden soll.

Denn - die Welt ist im Wandel und die Auswirkungen für unser Urbach und unser exportabhängiges Deutschland sind schwer einschätzbar.

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch Urbach selbst ist im Wandel. Seit 01.06.2018 haben wir mit Ihnen Frau Fehrlen eine neue Bürgermeisterin an der Spitze unserer Gemeinde.

Zum 01.11.2018 hat uns der langjährige Bauamtsleiter, Herr Baumeister, verlassen. Mitten in den Vorbereitungen zur Remstal Gartenschau 2019 sowie der Umsetzung weiterer bereits genannter Großprojekte. Dies hat die Verwaltung, gerade auch wegen der Remstal Gartenschau, an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht.

Dennoch scheint alles termingerecht fertig zu werden und Urbach kann sich auf eine super Remstal Gartenschau 2019 freuen. Dafür ein großes Kompliment an die gesamte Verwaltung!

Weitere Änderungen stehen am 26. Mai 2019 an. Bei den Kommunalwahlen wird ein neuer Gemeinderat gewählt. Alle Parteien und Vereinigungen suchen noch Kandidatinnen und Kandidaten. Alle Bürgerinnen und Bürger können sich einbringen und unsere schöne Gemeinde Urbach in den nächsten fünf Jahren mitgestalten und voranbringen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich komme jetzt zum Schluss:

Der eingebrachte Haushaltsentwurf 2019 ist nachvollziehbar und solide finanziert, dies gilt ebenso für den Wirtschaftsplan 2019 des Eigenbetriebs Wasserversorgung.

Die SPD-Fraktion stimmt dem Haushaltsplan 2019 sowie dem Wirtschaftsplan 2019 des Eigenbetriebs Wasserversorgung Urbach zu.

Ich bedanke mich bei meiner Fraktion für die gute, konstruktive Arbeit im zurückliegenden Jahr.

Im Namen der SPD-Fraktion bedanke ich mich bei allen Mitstreitern im Gemeinderat sowie der gesamten Verwaltung für die gute Zusammenarbeit - selbstverständlich verbunden mit der Hoffnung, dass dies auch im kommenden Jahr 2019 so sein wird.

Dank auch an diejenigen, die mit ihren Steuern und Gebühren einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Aufgaben leisten.

Ein besonderes Dankeschön an die vielen Ehrenamtlichen, die in Vereinen und Organisationen zum reibungslosen Funktionieren und zur Bereicherung unseres gemeindlichen Zusammenlebens beitragen.

Ihnen Allen wünsche ich ruhige besinnliche Weihnachtstage und ein gesundes Neues Jahr 2019!

Herzlichen Dank, dass sie meiner letzten Haushaltsrede so aufmerksam gefolgt sind!

Joachim Habik

Fraktionsvorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion

05.01.2017 in Gemeinderatsfraktion

Stellungnahme der SPD Fraktion zu Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2017

und zur mittelfristigen Finanz- und Investitionsplanung 2016 bis 2020

gehalten am 20.12.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Urbach,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Hetzinger,
sehr geehrter Herr Kämmerer Schwarz,

liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats,

sehr verehrter Vertreter der Presse,

sowohl Herr Bürgermeister Hetzinger als auch der Kämmerer Herr Schwarz haben in Ihren Reden am 15.11.2016 zur Einbringung des Haushalts 2017 umfassend die Schwierigkeiten und Besonderheiten des Haushaltsjahres 2017 dargelegt.

Auch meine Vorrednerin und Vorredner sind schon auf viele Details eingegangen, ich werde daher versuchen mich heute etwas kürzer zu fassen:

Vergleicht man den Haushaltsentwurf mit denen der Vorjahre, kann man keine garvierenden Unterschiede feststellen.

Verwaltungshaushalt und Vermögenshaushalt haben eine neue Rekordhöhe erreicht.

Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt steigen, vor allem die Personalkosten und die Kreisumlage, trotz der Senkung des Hebesatzes auf 36,6%.

Die Einnahmeseite verbessert sich zwar auch, aber nicht in der notwendigen oder gewünschten Höhe.

Die Gewerbesteuer stagniert, trotz guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Die Anhebung des Hebesatzes, wie bereits im Vorjahr angekündigt, ist auch aus unserer Sicht deshalb notwendig und zumutbar.

Dies alles zusammengefasst führt zu einer unbefriedigenden "negativen" Zuführungsrate zum Vermögenshaushalt von 67.000 €.

Große - alternativlose - Investitionen des Vermögenshaushalts, bei denen die Gemeinde in Vorleistung gehen muss, sind die Erschließung des Wohngebiets Urbacher Mitte II sowie der Ausbau der Steinbeisstraße bis zum Bahnhof. Beiträge, Zuschüsse und Verkaufserlöse kommen dem Haushalt erst in den Folgejahren zu Gute.

Daher muss die Rücklage mit 1,3 Mill. in Anspruch genommen werden. Zusätzlich ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,9 Mill. eingeplant.

Bei der Beurteilung des Haushalts ist es immer zielführend und hilfreich zurückliegende Haushaltsentwürfe und die zugehörigen Rechnungsergebnisse zu betrachten.

Der Verwaltungshaushalt 2015 schnitt um knapp 1,7 Mill. €, der von 2014 knapp 1,0 Mill. € besser ab als geplant. Dies führte in der Folge jeweils zu einer Schonung der allgemeinen Rücklage oder zu einer geringeren Kreditaufnahme.

Und auch die geplanten Investitionen der Vermögenshaushalte der beiden Jahre konnten nie alle umgesetzt werden.

Fazit: Es war also immer etwas "Luft" im Haushaltsentwurf eingeplant und ich bin überzeugt, wenn nicht etwas Unvorhersehbares eintritt, wird sich diese Entwicklung auch in 2017 fortsetzen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

für die weitere Entwicklung allerdings wird die Planung sehr viel schwieriger, ja fast unmöglich.

Die Auswirkungen der Krisen und Konflikte in Syrien, in Afghanistan, der Ukraine und in vielen afrikanischen Staaten werden immer unberechenbarer.

Die politischen Entwicklungen in den USA, der Türkei und auch bei uns in Europa sind schwer einzuschätzen und für unsere exportabhängige Wirtschaft von größter Bedeutung.

Und bei uns in Deutschland? Das Wort „postfaktisch“ wurde zum „Wort des Jahres“ gewählt. Damit wird die Praxis beschrieben, Gefühlen und Spekulationen mehr zu glauben als Tatsachen. Das ist verführerisch. Aber vor allem gefährlich. Populisten nützen dies aus. Die sogenannte Alternative für Deutschland ist auf dem Vormarsch.

Aber nicht alles ist mit „postfaktisch“ zu erklären.

Familien mit Kindern haben ein stark erhöhtes Armutsrisiko. 10 % der Bürger sind auf staatliche Hilfen angewiesen. Über 15 % haben ein Einkommen von unter 2.000 € mit einer Rentenerwartung von weit unter 1.000 €! Tendenz eher noch weniger werdend. Viele fühlen sich von der Politik nicht mehr vertreten, verraten, alleine gelassen, von der Digitalisierung überfordert, sie haben resigniert...

Hier müssen die etablierten Parteien ansetzen, sich verstärkt um diese Bürger kümmern.

Das gilt für alle Politiker egal ob in Brüssel, Berlin, Stuttgart oder Urbach...

Jetzt aber zurück zum Haushalt von Urbach:

Die Steuerschätzungen bis 2021 gehen von einem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum von über 3 % aus. Was passiert aber, wenn dies so nicht eintritt?

Wir kommen mit unserem Haushalt gerade so über die Runden, was passiert wenn die Steuereinnahmen sinken und die Ausgaben bleiben auf hohem Niveau erhalten?

Sollten wir nicht in guten Zeiten etwas zurücklegen, um für so einen Fall vorzusorgen?

In der Vergangenheit haben wir alle, und da nehme ich meine Fraktion nicht aus, bei der Wahl ob Golf oder Mercedes uns in aller Regel für den Mercedes entschieden. Vielleicht sollten wir da in Zukunft etwas genauer hinschauen.

Herr Bürgermeister Hetzinger, Sie sprechen von der Notwendigkeit, Gebühren zu überprüfen, unter anderem die Kindergartengebühren zu erhöhen. Dies werden wir mittragen. Aber: Ich habe es gerade ausgeführt, nicht alle haben ein gut auskömmliches Einkommen. Bei Familien mit geringem Einkommen muss die Gebührenerhöhung moderat ausfallen. Deshalb gilt nach wie vor unsere Forderung nach einer einkommensabhängigen Kindergartengebühr!

Herr Bürgermeister Hetzinger, sie haben des Weiteren eine Haushaltsstrukturkommission vorgeschlagen. Auch da sind wir bei Ihnen.

Aber nicht - um über die Erhöhung der Gebühren für das Geschirrmobil zu diskutieren.

Wir sollten grundsätzlich klären, wie soll Urbach 2025 oder 2030 aussehen? Wo wollen wir hin? Und wie können wir dies erreichen?

Wenn dies geklärt ist, können dann anschließend folgende Punkte entschieden werden:

Können wir uns zur Remstalgartenschau 2019 ein Haus für Umweltbildung leisten? Kosten ca. 500.000 €.

Sind 400.000 € für eine Brücke in der Urbacher Mitte wirklich notwendig? Oder gibt es auch kostengünstigere Lösungen?

Müssen wir parallel zur Erschließung der Urbacher Mitte II das Gewerbegebiet Schraienwiesen in Angriff nehmen?

Oder reicht es aus, für Urbacher Betriebe, das Gewerbegebiet Au sukzessive weiter zu entwickeln?

Dies sind nur einige Punkte über die wir in Zukunft entscheiden müssen. In der Haushaltsstrukturkommission können hier sicher die Weichen gestellt werden.

Um beim Bild "Auto" zu bleiben. Sie Herr Bürgermeister Hetzinger sind als zügiger Fahrer bekannt.

Zwischendurch schadet es nicht einen Gang zurückzuschalten, dies senkt den Verbrauch und schont den Motor. Und vielleicht sollte auch das Ziel im Navi neu programmiert und die Route neu berechnet werden...

Der eingebrachte Haushaltsentwurf ist nachvollziehbar und solide finanziert.

Die SPD-Fraktion stimmt dem Haushaltsplan 2017 sowie dem Wirtschaftsplan 2017 des Eigenbetriebs Wasserversorgung Urbach zu.

Ich bedanke mich bei meiner Fraktion für die gute, konstruktive Arbeit im zurückliegenden Jahr.

Im Namen der SPD-Fraktion bedanke ich mich bei allen Mitstreitern im Gemeinderat sowie der gesamten Verwaltung für die gute Zusammenarbeit - selbstverständlich verbunden mit der Hoffnung, dass dies auch im kommenden Jahr 2017 so sein wird.

Dank auch an diejenigen, die mit ihren Steuern und Gebühren einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Aufgaben leisten.

Ein besonderes Dankeschön an die vielen Ehrenamtlichen, die in Vereinen und Organisationen zum reibungslosen Funktionieren und zur Bereicherung unseres gemeindlichen Zusammenlebens beitragen.

Ihnen Allen wünsche ich ruhige besinnliche Weihnachtstage und ein gesundes Neues Jahr 2017!

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Joachim Habik

Fraktionsvorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion

05.01.2017 in Gemeinderatsfraktion

Haushaltsantrag 2017-2 der SPD-Gemeinderatsfraktion

Prüfung - Gründung einer gemeindeeigenen Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft

Der soziale Wohnungsbau, in der Vergangenheit stark vernachlässigt, ist eine der anstehenden, großen Herausforderungen für jede Gemeinde. Ob und inwieweit hierbei eine Kommunale Wohnungsbaugesellschaft hilfreich sein kann, sollte untersucht werden.

Der neue Bürgermeister von Winterbach, Sven Müller, hat sich hierzu auch schon positiv geäußert.

Er gilt den aktuellen und absehbaren Bedarf an Mietwohnraum näher zu untersuchen. Und es geht u.a. um folgende Fragen: Wie kann der Bedarf an günstigem Wohnraum für Senioren, Singles, Familien, Alleinerziehende, Geringverdiener, Flüchtlinge und Zuwanderer bereitgestellt werden?

Für diesen Personenkreis ist die Suche nach bezahlbaren Mietwohnungen nahezu aussichtslos.

Worin besteht der Vorteil einer gemeindeeigenen Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft? Welche Möglichkeiten bietet der soziale Wohnungsbau zur Vermögensbildung der Gemeinde, ohne den laufenden Haushalt zu belasten?

Aufgabe der neuen Wohnungsbaugesellschaft könnte die Planung, Errichtung, Betreibung und Unterhaltung von neu zu errichtenden, zu erwerbenden oder sich bereits im Besitz der Gemeinde befindlichen Wohngebäuden sein, die zur Miete angeboten werden. Bezahlbares Wohnen und ein bedarfsgerechtes Angebot an Mietwohnungen ist eine der zentralen Zukunftsfragen für die jede wachsende Gemeinde. Auch wenn das Interesse privater Investoren an Wohnungsbauvorhaben aktuell groß ist, die Herausforderungen an die Gemeinde für eine sozialverträgliche Wohnungs-, Bau- und damit auch Gemeindeentwicklungspolitik nimmt zu.

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung prüft die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen für eine gemeindeeigene Kommunale Wohnungsbaugesellschaft unter Einbeziehung der Nachbarkommunen Plüderhausen und Winterbach.

Dem Gemeinderat wird zeitnah berichtet.

Anmerkung zu zurückliegenden Haushaltsanträgen

Wir bitten um eine Stellungnahme zum Sachstand folgender Haushaltsanträge:

(Siehe auch Sitzungsvorlage Nr. 1/2016 vom 02.02.2016 - Haushaltsberatung)

2015-7:  Unterstützung von jungen Familien (beim Erwerb von Gemeinde-Baugrundstücken)

2015-8:  Flyer - Familienfreundliches Urbach

2016-3:  Ersatz für wegfallendes Beachvolleyballfeld (Jugendhaus)       wo sind die erforderlichen Haushaltsmittel eingestellt                   

2016-4:  Ersatz für wegfallende Bolzplätze Bolzplatz bei der Atriumhalle, und evtl. weitere - wo sind die erforderlichen Haushaltsmittel eingestellt?

Joachim Habik

Fraktionssprecher der SPD-Gemeinderatsfraktion

 

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